Hier findest du den ursprünglichen Blogpost: Mehr Überblick mit Storymap
Wenn du noch keine Erfahrungen mit Storymaps hast, empfehle ich dir, diesen Artikel zuerst zu lesen.
Wie erstellst du eine überzeugende Storymap?
Ich erstelle Storymaps oft im Rahmen eines neuen Software-Projekts. Das Werkzeug eignet sich aber auch für grössere Neuerungen oder die Ablösung von Systemen. Es lohnt sich meist direkt vor Ort einen Workshop zu machen. Wichtig ist, dass alle Stakeholder dabei sind. Führungskräfte kennen sich meist gut mit den Prozessen aus. Sachbearbeiter:innen, die täglich mit den Tools arbeiten, haben Expertise, wenn es um Detailfragen geht. Plant genug Zeit für den Workshop ein – das zahlt sich aus! 3 Stunden am Vormittag und 3 Stunden am Nachmittag sind meistens ideal. Falls nötig, kannst du auch weitere Workshops ansetzen.
Zu Beginn des Workshops greife ich gerne auf meinen alten Blogpost zurück und zeige, wie eine Storymap aufgebaut ist.
Dann geht’s los.
Backbone

Der Backbone ist der wichtigste Teil. Gehe mit den Teilnehmenden sequentiell die einzelnen Tasks durch. Einen Grossteil der Zeit verbringst du mit dieser Arbeit. Oft ist man versucht, sich im Detail zu verlieren. Die Aufgabe der Workshop-Leiter:in ist es, den Fokus auf dem Backbone zu behalten. Schreib das Detail auf einen Post-it und komm später darauf zurück. Beim Erstellen des Backbones sucht ihr gleichzeitig nach den Aktivitäten. Denk dran: Eine Aktivität besteht aus mehreren Tasks, die am besten ohne Unterbrechung erledigt werden.

Tasks
Wenn der Backbone erst einmal steht, kannst du dich um die Details kümmern. Gehe alle Elemente des Backbones durch und beschreibe mit weiteren Zetteln, wie das Ziel des Tasks erreicht werden soll. Nehmen wir das Beispiel "Produkt finden". Dazu muss man vielleicht einen Katalog durchstöbern können. Oder ein Chatbot, könnte mich beraten, welches Produkt für mich am passendsten ist.
Nun hast du vermutlich mehrere Varianten für eine Aktivität. Diese platzierst du untereinander. Wenn du mehrere Schritte erfasst, klebst du sie sequentiell horizontal an die Wand. Wenn ein Detail im Moment noch unwichtig ist oder eher eine vage Idee darstellt, klebst du sie weiter unten hin.

Mittlerweile habt ihr sicher schon den Mittag hinter euch. Gut möglich, dass sich die ersten Zeichen der Müdigkeit bemerkbar machen. Ein guter Zeitpunkt, nochmal eine Kaffee-/Teepause einzulegen.
Priorisierung mit Releases
Jetzt geht es an die Priorisierung. Das macht ihr mit verschiedenen Releases. Das erste Release ist zu oberst.

Im Normalfall habt ihr schon vor der Einteilung in Releases darüber gesprochen, ob etwas früher oder später umgesetzt werden soll. Ich versuche in der Regel folgende Priorisierung vorzunehmen:
- Umsetzen, was mit Risiken behaftet ist. Technologische Hürden oder Unsicherheiten bezüglich Kosten sollten so früh wie möglich ausgeräumt werden.
- Durchstich: Erstelle ein Release, welches das Minimum enthält damit man die Prozesse mal von A bis Z durchbringen kann.
- Fokus Mehrwert: Die folgenden Releases konzentrieren sich auf den Mehrwert. Wo erzielen wir mit dem geringsten Aufwand die grössten Mehrwerte? Das kann auch beinhalten, dass man in einer Demo einen Wow-Effekt erzielen kann, mit dem ihr das Produkt schneller verkaufen könnt.
- Am Schluss mache ich immer ein Release für die Ideen, die aufgetaucht sind. Die sollten nicht vergessen gehen und ihr holt damit auch alle Teilnehmenden ab. Wir wollen niemanden vor den Kopf stossen, weil man vorweg eine Idee verworfen hat.
Tipp zum Schneiden von Releases: Versuche möglichst fachliche Releases zu schneiden und rein technische Releases zu vermeiden. Schlussendlich geht es immer darum, eine Funktionalität zu liefern. Wenn du Zeit für Architekturentscheidungen brauchst oder zum Einrichten der Produktivumgebung, planst du das separat ein.
Fazit
Wir haben nun gesehen, wie ein Workshop zum Aufbau einer Storymap abläuft. Die Apptiva hilft dir gerne, wenn du noch Fragen hast oder Unterstützung brauchst. Wie dir die Storymap hilft, während dem Projekt den Überblick zu behalten erfährst du in einem weiteren Beitrag.