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Barrierefreiheit testen: Warum der Mensch unersetzlich bleibt?

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie Menschen mit einer Sehbehinderung eine Website benutzen? Ich ehrlich gesagt nicht, bis ich mich zum ersten Mal mit dem Thema digitale Barrierefreiheit beschäftigt habe. Dabei habe ich gemerkt, wie wichtig dieses Thema ist und dass automatische Test-Tools zwar viel helfen, aber längst nicht alles erkennen können.

Publiziert am von Alondra Prado

Tastatur mit Icons für verschiedene Behinderungsarten als Symbol für digitale Barrierefreiheit

Der blinde Fleck im Code

Vor Kurzem habe ich mich zum ersten Mal etwas genauer mit dem Thema digitale Barrierefreiheit beschäftigt. Ehrlich gesagt hatte ich vorher nicht darüber nachgedacht, wie Menschen mit Sehbehinderungen oder anderen Einschränkungen das Internet nutzen. Ich fand das Thema sehr interessant und auch wichtig, weil wir so an unsere eigene Art gewöhnt sind, Dinge zu machen, dass wir oft vergessen, dass andere Menschen die gleichen Webseiten ganz anders benutzen.

Accessibility - A11y

Stell dir vor, du möchtest online ein Ticket für deine Lieblingsband kaufen. Du öffnest die Website, aber anstatt Bilder und Texte zu sehen, liest dir eine Computerstimme alles vor. Für viele Menschen mit Sehbehinderungen ist das Alltag. Sie benutzen sogenannte Screenreader, um im Internet zu surfen.
In der Informatik sprechen wir oft von A11y, wenn wir über digitale Barrierefreiheit reden. A11y steht für das englische Wort „Accessibility“. Zwischen dem „A“ und dem „y“ liegen genau elf Buchstaben, deshalb wird die Abkürzung A11y verwendet.

Barrierefreiheit prüfen

Als ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, habe ich gelernt, dass viele Entwickler automatische Test-Tools benutzen, um die Barrierefreiheit ihrer Webseiten zu prüfen. Es gibt zum Beispiel Tools wie:

  • Google Lighthouse
  • Axe-Core

Diese Tools können in wenigen Sekunden verschiedene Probleme erkennen, zum Beispiel:

  • zu schwache Kontraste zwischen Text und Hintergrund,
  • fehlende alt-Attribute bei Bildern,
  • fehlende Beschriftungen von Formularfeldern,
  • falsche Überschriften-Strukturen.

Das alt-Attribut ist wichtig, weil es die Beschreibung eines Bildes enthält, die später vom Screenreader vorgelesen wird. Diese Tools sind sehr praktisch und sparen viel Zeit. Aber ich habe auch gelernt, dass sie nicht alles erkennen können. Sie verstehen zwar den Code, aber nicht, ob etwas für die Benutzer wirklich sinnvoll ist.

Ein Beispiel ist: Wenn ein Entwickler schreibt alt="Foto" oder alt="bild123.png", dann denkt das Tool, dass alles in Ordnung ist. Für eine blinde Person hilft diese Beschreibung aber nicht wirklich. Viel besser wäre zum Beispiel: alt="Roter Kaufen-Button".

Auch bei Pop-up Fenstern gibt es Probleme. Die Tools merken oft nicht, ob der Screenreader richtig funktioniert oder ob der Benutzer nach dem Öffnen des Fensters weiter navigieren kann.

Deshalb ist manuelles Testen sehr wichtig. Man kann die Maus weglegen und die Website nur mit der Tastatur benutzen. Danach kann man einen Screenreader wie VoiceOver ausprobieren und prüfen, ob die Website logisch aufgebaut und einfach zu bedienen ist.

Learning

Für mich war dieses Thema ein echter Augenöffner, da ich gemerkt habe, dass wir bei der Entwicklung von Webseiten oft von unserer eigenen Wahrnehmung ausgehen. Dabei vergessen wir manchmal, dass andere Menschen dieselbe Website ganz anders wahrnehmen oder bedienen.

Deshalb sind automatische Tools sehr hilfreich, aber sie reichen nicht aus. Damit eine Website wirklich barrierefrei ist, brauchen wir sowohl die Unterstützung von automatischen Tools als auch die Sicht eines Menschen. Nur das Zusammenspiel von beidem sorgt dafür, dass eine Website für alle zugänglich ist.