IT Landschaft einer Organisation langfristig positiv beeinflussen

Wir konnten in den letzten Wochen über 15 Spitäler besuchen und ihnen unser Dashboard für die Notaufnahme zeigen. Wir sprachen mit Ärzten, Pflegenden und IT-Verantwortlichen. In den Gesprächen mit den Ärzten und Pflegenden ging es hauptsächlich um funktionale Anforderungen, wo hingegen sich die IT-Verantwortlichen primär für die Architektur der Lösung interessierten. Unser Dashboard ist nach dem Manifest der Lean Enterprise App implementiert. Die zentrale Frage der IT-Verantwortlichen ging oft in diese Richtung: „Wie schaffen Sie es, dass unsere IT-Landschaft durch den Einsatz einer Lean Enterprise App langfristig positiv oder ebene nicht negativ beeinflusst wird?“ Dieser Frage möchte ich in diesem Blogpost nachgehen.

Heutige IT-Systemlandschaften

Die meisten IT-Systemlandschaften denen wir begegnen, setzen sich aus umfassenden Generalisten-Lösungen und fachspezifischen Spezialisten-Lösungen zusammen. Die IT Abteilungen versuchen ihre Systemlandschaft zu vereinfachen und tendieren daher zu Generalisten-Lösungen. Die Fachspezialisten hingegen betonen, dass sie zum Betreiben ihres Spezialgebiets auch Spezialfunktionen benötigen. Da die Medizin immer spezialisierter wird, ist auch damit zu rechnen, dass aus fachlicher Sicht der Bedarf an “Best of Breed” Lösungen zunehmen wird. Bestimmt haben beide Ansätze ihre Vor- und Nachteile.

Generalisten-Lösungen

Umfassende Generalisten-Lösungen sind monolithisch aufgebaut und sind vergleichbar mit einem grossen massiven Steinblock. Will man nun einen Teil der Lösung ändern, muss die gesamte Applikation komplett getestet, bereitgestellt und installiert werden, was einen riesigen Aufwand mit sich bringt. Oft kann die Auswirkung einer noch so kleinen Änderung auf andere Funktionen nur schwer abgeschätzt werden. Das grosse Fehlerrisiko bei Aktualisierungen verleitet dazu nur selten Aktualisierungen vorzunehmen. Ein Fehler im System betrifft nicht selten die ganze Organisation. Sei es nur um das System für die Fehlerkorrektur in den Wartungsmodus zu setzen und neu zu starten; es nervt, hindert die Anwender beim Arbeiten und kann mitunter auch gefährlich für die Patienten werden.
Generalisten-Lösungen müssen, wie der Name schon sagt, vielen unterschiedlichen Personen und Rollen gerecht werden. In der Regel sind die abgebildeten Prozesse und Masken nicht ideal an die jeweiligen Anwender zugeschnitten. Es müssen funktionale Kompromisse eingegangen werden und es entstehen Verzögerungen in den Prozessschritten. Dies wiederum führt zu unzufriedenen Spezialisten, weil sie nicht wie gewünscht arbeiten können.

Best of Breed

Beim Best of Breed Ansatz wird für jeden Bereich das jeweils passende Produkt von verschiedenen IT-Anbietern verwendet. Dies führt zu einer sehr heterogenen Systemlandschaft. Die einzelnen Lösungen sind oft nicht kompatibel zueinander und verursachen Doppelspurigkeiten. So kann es vorkommen, dass dieselben Patienteninformationen in der Patientenadministration, im Radiologie-Informationssystem und im Labor-Informationssystem erfasst werden müssen. Dies führt zu Brüchen im Prozess, steigert den manuellen Aufwand und erhöht die Fehlerquelle. Um dem entgegenzuwirken wird versucht, die Systeme mittels Datenschnittstellen zu verbinden. Da jedoch oft keine Standards unterstützt werden, ist dies ein sehr aufwändiges und kostspieliges Unterfangen.

Analogie zur Stadtplanung

Wie so oft sind die Nachteile der einen Variante gerade die Vorteile der anderen Variante. Die Beeinflusser eines Unternehmens (z.B. Spitalleitung, Fachärzte, Pflegepersonal, IT-Verantwortliche) haben unterschiedliche Bedürfnisse und somit auch unterschiedliche Vorstellungen der idealen Systemlandschaft. Hier ein gemeinsames Verständnis zu schaffen ist schwierig aber notwendig. Fehlt dieses, so entsteht ein nicht handhabbares Flickwerk, welches die Systemlandschaft komplex, instabil und ineffizient macht.

Eine bestehende Systemlandschaft lässt sich nicht so einfach ändern. Ich möchte hier den Vergleich zu einer Stadt machen die schon viele hundert Jahre besteht und in letzter Zeit eine enorme Zuwanderung erfahren hat. Einige Strassenführungen, das Verwaltungsgebäude und der Standort das Bahnhofes sind heute vielleicht nicht mehr ideal. Es gibt verschiedenen Möglichkeiten, um diesen Missstand zu beheben. Würde die Stadt nochmals komplett neu aufgebaut, sähe sie wohl komplett anders aus. Eine so radikale Variante dürfte aber wohl in den wenigsten Fällen machbar sein und bereits nach wenigen Jahren wieder überholt sein.

Ähnlich ist es auch mit der IT Landschaft eines Unternehmens. Es braucht Möglichkeiten, um die grössten Schmerzpunkte von umfassenden Generalisten-Lösungen und fachspezifischen Spezialisten-Lösungen zeitnah und mit vernünftigem finanziellen Aufwand zu eliminieren. Eine Lean Enterprise App ist dafür aus meiner Sicht eine gute Option. Sie unterstützt einen evolutionären Architekturstiel einer IT Landschaft. Dies ist sehr attraktiv da Änderungen damit einfacher, günstiger und mit kleinen Risiken möglich sind. So kommt auf unbürokratische Art mehr Agilität ins Unternehmen.

Linus Hüsler

Posted on 22. April 2016 in Digitale Transformation, Lean Enterprise App

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